MICHAEL BROGER

Geboren 1970 im Thurgau, interessierte ich mich bereits in meiner Kindheit für Kulinarisches. Sonntägliche Kochrituale und selbstgebackener «Öpfelflade» gehörten dabei zu den Höhepunkten. Die Liebe zur Natur und ein Nachschuljahr im Waadtland weckten mein Interesse am Rebbau. Um die Herstellung von Wein im Detail zu verstehen, entschied ich mich anschliessend, eine Ausbildung als Weintechnologe zu absolvieren.

Nach mehreren Jahren Arbeit auf verschiedenen Selbstkelterbetrieben im In- und Ausland, wurde mir 2003 die Möglichkeit geboten, mich am Ottenberg mit einem kleinen Hof und Rebberg selbständig zu machen – eine Chance, die ich mir nicht entgehen liess. Um meine Faszination für die Natur und den natürlichen Anbau im hauseigenen Wein zu integrieren, bewirtschafte ich meine Reben seit Jahren nach naturnahen Prinzipien. Seltene Pflanzen und Nutztiere bereichern den Betrieb und ermöglichen uns, die Besucher mit Selbstgemachtem zu bewirten.

DIE REBEN

Bodenständig und traditionell sind wir, wenn es um die Wahl der Traubensorten geht. Die seit langem mit der Region verbundenen Traubensorten Blauburgunder und Müller Thurgau, sowie kleinere Mengen der Spezialitäten Riesling und Weissburgunder, als auch etwas Garanoir für unseren PET NAT, wachsen auf unseren Böden. Diesem Kapital tragen wir mit handgeführten Maschinen, organischem Pflanzenschutz und natürlichen Präparaten Sorge. Gesunder Wuchs und stets zunehmende Biodiversität, auch nach jahrelanger Kunstdüngerabstinenz, sind die besten Zeugen, dass wir mit dem naturnahen Anbau den richtigen Weg gewählt haben.

Der biodynamische Leitgedanke ist für den ganzen Betrieb wegweisend und wird unser Handeln und unsere Lebensweise auch in Zukunft beeinflussen. Auf eine Zertifizierung wurde bisher bewusst verzichtet,
denn wir bleiben gerne unabhängig und möchten den administrativen Aufwand weiterhin gering halten.

IM KELLER

Das Motto «Weniger ist mehr» hilft uns auf der Suche nach Authentizität und Terroir. Sonne, Sturm und Nebel geben jedem Rebjahr seine eigene Prägung. Das ins Glas zu bringen, ist unser Ziel.

Die Rotweine und ein Teil der Weissweine werden mit safteigenen, wilden Hefen vergoren. Auf eine Zugabe von Enzymen oder anderen «leistungssteigernden» Substanzen, wie auch auf Verschnittwein, wird bewusst verzichtet. Um im Keller auf mechanische Eingriffe wie Pumpen zu verzichten, werden unsere Rotweine unfiltriert abgefüllt. Tiefe Schwefelgaben während der ganzen Vinifizierung, wie auch vor der Abfüllung, unterstreichen die Natürlichkeit unserer Weine.

BROGER-DYNAMISCH

Nicht einem Trend folgend, sondern aus persönlicher Neugier und etwas oenologischem Leichtsinn, stürzte ich mich kurz nach meiner Selbständigkeit in ein spezielles Wein-Abenteuer. 2007 füllten wir erstmals einen Blauburgunder ohne schweflige Säure (Sulfite) ab. Seit 2016 bereichert ein PET NAT (Pétillant Naturel) unser schwefelfreies Sortiment. Nach einigen explosiven Erfahrungen, haben wir ihn mittlerweile ganz gut im Griff! 2018 kam, nach diversen misslungenen Versuchen, auch ein Müller Thurgau «broger-dynamisch», sowie der Weinfelder «broger-dynamisch» aus der Kunststoff-Amphore dazu.

Alle «broger-dynamischen» Weine werden analytisch von einem externen Labor geprüft, und enthalten total weniger als 10 mg/l Schwefel. Die Weine werden mit safteigener Hefe vergoren und werden weder geklärt noch gepumpt. Zwischenzeitlich sind diese Weine auch in der gehobenen Gastronomie im Trend und die Nachfrage steigt auch unter den Privatkunden. Eine kürzlich abgehaltene Vertikal-Degustation der ältesten 10 Jahrgänge liess uns staunen, und bestärkt uns diesen Weg weiter zu verfolgen.